Hier mal ein wirklich schönes Beispiel zwischen dem Buchmarkt, wie wir ihn kennen (nämlich Kritiker- und Redaktions-beeinflusst) und dem Buchmarkt, wie er wäre, wenn die Stimme des (in diesem Fall US-amerikanischen) Volkes entscheidet:

Ein Autor (Chad Kultgen), ein Verlag (Harper Perennial) und ein Buch („The Average American Male“). Aber kein Käufer. Über die klassischen Marketingmaßnahmen und -kanäle kam man nicht weiter. Laut CNBC wollte so gar kein Buchkritiker über dieses Werk berichten. Was also tun?

Für kleines Geld (10.000 US$) wurden drei Videoclips produziert und u.a. bei YouTube veröffentlicht. Damit erhoffte man sich, die Zielgruppe für dieses Buch besser und direkter zu erreichen. Und eins muss man sagen: Die Videos sind gut gemacht. Nicht unbedingt künstlerisch, aber so, dass über sie geredet wird. Und das ist es ja letzten Endes, was virale Kampagnen und „Word-of-Mouth Marketing“ ausmachen. Seht selbst:

Das Ergebnis: Das Buch befindet sich zur Zeit in der dritten Auflage und auch die Auflagenstärke musste verdoppelt werden, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Und da sind wir wieder beim klassischen Dilemma zwischen Kunst und Kommerz. Liest man die ersten Seiten des Buches (auch bei Harper Perennial können Bücher online angelesen werden), dann wird recht schnell deutlich, dass man nach dem künstlerischen (und wohl auch dem literarisch handwerklichen) Anspruch wohl vergebens sucht. Aber offensichtlich gibt es da draußen ein Publikum, dass durchaus lesewillig und -interessiert ist, und das auch die entsprechenden Bücher kauft. Gleichzeitig scheinen die Vorlieben, der Geschmack und der Anspruch dieses Käuferpotenzials nicht im redaktionellen Filter der Feuilletons und Literaturkritikern nicht widerzuspiegeln. Und ich vermute auch, dass der klassische, stationäre Buchhandel nicht gerade zu den Lieblingsstätten dieser Klientel gehört.

Den richtigen Zugang zu dieser Zielgruppe muss man finden, dann klappt’s auch mit dem Umsatz! Nie war es einfacher als heute, diese zusätzlichen Käuferschichten und Umsatzpotenziale zu erschließen.

Weitere Infos:

  • Homepage des Buches hier
  • MySpace-Profil des Buches hier
  • Leseprobe („Browse Inside“) hier

Danke, Alexander Wunschel, für den Hinweis!

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