Die Veranstaltung ist schon einige Wochen vorbei – weniger interessant wird es jedoch deshalb nicht: Auf Einladung des Bayerischen Landesverbandes des Börsenvereins (des deutschen Buchhandels) trafen sich Verlage und Buchhandel, um über die noch mögliche Wertschöpfung in einer zunehmend digitalisierten (Buch-)Welt zu diskutieren.

Ich wäre gern dabei gewesen, aber muss nun mit einem kurzen Bericht im Börsenblatt Vorlieb nehmen, der jedoch trotzdem einige interessante Informationen bereit hält:

  1. „Jeder zehnte der Kernzielgruppe des Buchhandels“ liest Bücher offensichtlich bereits jetzt online oder nutzt entsprechende Downloadportale. – Das ist natürlich etwas schwammig und im übrigen auch nicht durch eine Quelle belegt, aber wenn man’s mal grob nachrechnet, dürften das immerhin alleine in Deutschland so runde 1 Mio. Menschen sein. Wenn jetzt noch jemand erheben könnte, was diese Menschen im Jahr zu zahlen bereit sind für Buch-Downloads (in den verschiedenen Formaten)… ;-)
  2. Das Zitat einer (nicht namentlich genannten) Teilnehmerin: „Um in der Zukunft bestehen zu können, sollten wir uns viel stärker vom Format Buch lösen und stärker vom Inhalt her denken und für diesen die passenden Formate und Vermarktungsstrategien entwickeln“.  – Wow. Ich bin begeistert, solche Sätze zu lesen, wo man doch sonst weitestgehend von Menschen aus Verlagen und Buchhandel hört, die eben das Buch – und nur das Buch – als Medium sehen und die Möglichkeit einer gesamten Wertschöpfungskette über verschiedene physikalische Formate hinweg bisher nicht erkennen (oder erkennen wollen).

Dabei liegt die Zukunft des Buches gerade hier. Die „zunehmende Entmaterialisierung des Buches“ (ich hoffe ich zitiere Jeremy Rifkin richtig) ist in keinster Weise eine Gefahr. Und das Buch wird in seiner Bedeutung nicht abnehmen – im Gegenteil: Es gibt einige Beispiele, die beweisen, dass frei verfügbarer (Online-)Content Buchkäufe eher noch ankurbelt. Also, stellen wir uns der Herausforderung und nutzen die Möglichkeiten der Technologie zur Verwertung und Vermarktung von Buchinhalten.

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