Digitalisierung der Buchbranche mal anders: Integrating the Publishing Environment (IPE)

Fragt man Menschen aus verschiedenen Branchen, was sie unter dem Begriff „Digitalisierung“ verstehen, bekommt man sehr unterschiedliche Antworten. Die einen erzählen über erste Erfahrungen mit Industrie 4.0, andere würden das Thema am liebsten mit der Ablösung des Fax durch die E-Mail als abgeschlossen betrachten, weil sie befürchten, dass ihr Business wahlweise obsolet, durch IT-kompetente Konzerne übernommen oder auf irgendeine andere Art und Weise gefährdet wird. Die Buchbranche schwebt hier irgendwo zwischen Hoffnung und Verzweiflung und schwankt heftig zwischen innovativen Ansätzen und dem Rückzugsreflex auf das bewährte Printbuch und den altbekannten Handelswegen zwischen Verlagen, Barsortimentern und Buchhändlern.

Zugegeben, Digitalisierung ist nicht einfach: Es gilt, alle bestehenden Prozesse, Berufsbilder und Geschäftsmodelle auf den Prüfstand zu stellen und den gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung (z. B. verändertes Medienkonsumverhalten, massive Aufsplitterung der Marketingkanäle) anzupassen. Und das nicht nur einmal alle 10 Jahre, sondern permanent – die einzige echte Konstante ist der stete Wandel.

Beim Umstellen und Neuausrichten von Prozessen sind offiziell verabschiedete Standards sehr hilfreich, sie fühlen sich manchmal an wie Inseln der Ruhe in einem tosenden Meer. Klar definierte Strukturen und Arbeitsschritte von Fachleuten für die gesamte Branche entwickelt – herrlich! Dieser hehre Ansatz wird allerdings dann rasch ad absurdum geführt, wenn verschiedene Stakeholder im Markt Standards unterschiedlich interpretieren und umsetzen und man damit statt einer Schnittstelle bzw. einer E-Book-Datei auf einmal viele braucht, siehe z. B. unterschiedliche ONIX-Nutzung der Händler oder die unterschiedliche EPUB3-Darstellung auf eReadern und Tablets. Genau hier setzt die neue Initiative IPE – Integrating the Publishing Environment an.

IPE kommt nicht vom großen Ganzen wie die Standards, sondern kümmert sich als Institution um möglichst präzise Digitalisierungs-Use-Cases, die aus einer konkreten Anforderung entstanden sind, so z. B. dem Zusammenspiel zwischen Verlag und Drucker. Ziel dabei ist es, aus allen bestehenden Branchen-Standards die Teile zu nutzen, die das Problem lösen und eventuell dafür noch fehlende Elemente mit denjenigen zu entwickeln, die den Use Case eingereicht haben. So entsteht ein „Profil“ aus existierenden und neuen Bestandteilen, mit dem der Use Case gelöst wird.

Dabei besonders wichtig: Es geht dabei nicht um eine lokale oder individuelle, sondern um eine globale und für alle offene Lösung, mit der jedes Unternehmen eine passende Software schreiben kann! Um bei dem Beispiel von eben zu bleiben, sollte also am Ende jeder Verlag weltweit mit jedem Drucker weltweit in der Lage sein, Druckaufträge und -assets auszutauschen. Proprietäre Schnittstellen und vielleicht sogar Datenformate würden damit der Vergangenheit angehören und die Marktmacht so manchen Konzerns würde gebrochen – zumindest bei den jeweiligen Use Cases. Voraussetzung dafür ist es, das das komplette Projekt IPE von vornherein international gedacht wird und nicht nur Vertreter aus einigen, sondern aus allen Branchenteilen mit an Bord nimmt.

Eine Utopie? Nein. Das Gesundheitswesen hat beweisen, dass es funktioniert. Von der dort tätigen IHE stammt nicht nur die Inspiration für die IPE, sondern die in den letzten Jahren dort entwickelten Erfahrungen, Strukturen, Tools und Prozesse stehen uns Buchbranchlern als kostenfreie Blaupausen zur Verfügung – inklusive aktiver, kräftiger und ehrenamtlicher Unterstützung durch die IHE-Kollegen.

Auf einer ersten IPE-Konferenz am 18. und 19. Januar in Leiden haben sich rund 30 Mitstreiter von Verlagen, Druckdienstleistern, Distributoren und Softwarehäusern getroffen und sich unter der Leitung von Ullstein-Herstellungsleiterin Michaela Philipzen und dem IHE-erfahrenen Alexander Markowetz mit den internationalen IHE-Machern ausgetauscht und intensiv diskutiert, ob sich die Erfahrungswerte aus dem Gesundheitswesen auf die Buchbranche übertragen lassen. Die Antwort war ein klares und eindeutiges Ja, denn es gab auf Anhieb genug Use-Case-Ideen, für die sich dieses Vorgehen förmlich aufdrängt.

Klar, jede Initiative dieser Art funktioniert nur, wenn sich genügend Branchenbeteiligte engagieren – als aktive Teilnehmer, als Sponsoren, als Hosts für Veranstaltungen. Der große Reiz und gleichzeitig die große Chance besteht darin, dass es hier nicht um Abstraktes, sondern stets um Konkretes geht: Im Zentrum steht immer ein echter Anwendungsfall aus der Praxis, ein echtes Problem, das in einem absehbaren Zeitraum nachhaltig und weltweit behoben wird (Im Gesundheitswesen aktuell ca. 12-15 Monate pro Use Case). Jetzt haben wir alle die Wahl: Gestalten wir hier mit oder schauen wir zu und warten, ob und was dabei raus kommt? Wir bei readbox werden IPE auf jeden Fall begleiten und unser Know-how mit einbringen – weil wir glauben, dass diese Initiative etwas bewegen kann und weil Abwarten noch nie unser Ding war. 😉

Wer mitmachen oder weitere Informationen haben möchte, möge sich einfach per Mail an info@integrating-publishing.org wenden.

Digitalisierung der Buchbranche mal anders: Integrating the Publishing Environment (IPE)

readbox ermöglicht mit neuem Preismodell kleineren Verlagen die Automatisierung von Marketing- und Vertriebsaktivitäten

Die Verlagssoftware meine.readbox erhält ein neues Preismodell, das sich ab sofort an der Gesamtzahl der Titel eines Verlagsprogramms orientiert. Für kleinere und mittlere Verlage wird damit der Einstieg in die Automatisierung von Metadatenoptimierung, In-Book-Marketing & Co. attraktiver. Große Verlage profitieren weiterhin von Skaleneffekten.

readbox, führender Anbieter von Automatisierungslösungen für Verlagsmarketing und -vertrieb, hat ein neues Preismodell vorgestellt. Damit können auch kleine und mittlere Verlage von den Automatisierungslösungen für Marketing und Vertrieb von readbox profitieren. Das neue Preismodell senkt die Einstiegshürde und erlaubt damit neuen Kundengruppen, Vertriebs- und Marketingprozesse zu fairen Einstiegspreisen effizient zu organisieren.

Die Preisstaffelung für die Nutzung der Module der Verlagssoftware von readbox ist künftig abhängig von der Anzahl der Titel, die ein Verlag im Programm hat, unabhängig davon, für wie viele Titel der Verlag das Tool tatsächlich nutzt. readbox differenziert dabei einheitlich für alle Module nach sieben Verlagskategorien.

Das Preissystem ist vollständig transparent und zielgruppengerecht aufgebaut: große Verlage, die den Nutzen der Tools auf viele Titel anwenden können, zahlen absolut mehr und behalten dabei ihre Skalenvorteile, weil für sie pro Titel nur ein sehr geringer Preis anfällt. Für größere Verlage werden mit dem neuen Preissystem viele der Module am Ende günstiger.

Kleinere Verlage zahlen absolut nur einen geringen Betrag, einige Module sind bereits für weniger als zehn Euro pro Monat erhältlich. Die Module von readbox sind einzeln buchbar – unabhängig von der Verlagsauslieferung – und können Schritt für Schritt erweitert werden.

„Die Automatisierung von Marketing- und Vertriebsprozessen ist heute für alle Verlage ein Muss“, erklärt Ralf Biesemeier, Geschäftsführer von readbox in Dortmund. „Mit unserem neuen Preismodell erleichtern wir den Einstieg in die Professionalisierung dieser Prozesse erheblich und ermöglichen es selbst kleinen Verlagen, im Vertrieb auf Augenhöhe mit den großen Playern zu agieren. Das Preissystem schafft auch einen Anreiz, mehr mit den Tools zu arbeiten und möglichst viele der vorhandene Titel einzubeziehen.“

readbox ermöglicht mit neuem Preismodell kleineren Verlagen die Automatisierung von Marketing- und Vertriebsaktivitäten

2002, 2017, 2030: Fünf Megatrends und ihr Einfluss auf unser Leben – und Ihr Geschäft (vierter und letzter Teil)

Die Welt vor 15 Jahren war eine andere – und sie wird sich auch in den kommenden 15 Jahren nicht weniger (und nicht weniger schnell) verändern. Das legt auch eine Studie nahe, die über den Forschungszeitraum von zwei Jahren (2015-2017) fünf Megatrends zu der Fragestellung „Was glauben Bürger und Experten, wie die Zukunft sein wird, und was halten sie davon?“ identifiziert hat – mit einiger Relevanz und Konsequenz auch auf die Art und Weise, wie wir in Zukunft Geschäfte machen werden.

Teil 1 bis 3 dieser Beitragsserie (zu den Megatrends „Algorithmisierung“, „Verwertung“ und „Gestaltung“) sind am 31. Juli, 7. und 14. August 2017 erschienen und hier, hier bzw. hier verfügbar. Im heutigen Beitrag geht es um den Trends „Re-Lokalisierung“:

 

5. Re-Lokalisierung

 

Auch das ist ja eine Weisheit: Jeder Trend erzeugt einen Gegentrend. Und so ist es, wenn man der Studie hier glaubt, dann auch mit der zunehmenden Technisierung, Komplexität und Globalisierung. „Re-Lokalisierung“ beschreibt in diesem Zusammenhang die „Rückbesinnung und Rückbindung an die lokale Umwelt – auf wirtschaftlicher, politischer und persönlicher Ebene“.

Politisch sehen wir das ja auf internationalem Parkett vielerorts: Trumps „America First“, der „Brexit“ und viele andere, teils extreme nationalistische oder religiöse Entwicklungen in anderen Ländern und Regionen – auch in Frankreich oder Deutschland. Die gestiegene Komplexität ist am Ende ja genau der Nährboden für den Populismus, den wir seit einiger Zeit in all seinen Facetten jeden Tag erleben – am Ende sehnen sich die Menschen nach der „guten alten Zeit“ zurück, in der alles einfacher, überschaubarer, kontrollierbarer und für den Einzelnen (jedenfalls gefühlt) besser war. Was natürlich oft dabei ignoriert wird: The grass is always greener on the other side

Wirtschaftlich gesehen kann aber vielleicht insbesondere der Handel von dem Megatrend der „Re-Lokalisierung“ profitieren. Und hier haben vor allem die kleineren, lokalen Unternehmen (naturgemäß) einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den großen Ketten. Kundennähe definiert sich hier durch „echte“ regionale Verwurzelung – und das sollte sich wahrscheinlich auch im Angebotsportfolio widerspiegeln. Die Zusammenarbeit der im Dortmunder Stadtteil Hörde ansässigen Buchhandlung „transfer.“ mit dem Arbeitskreis „Hörde damals“ ist so ein Beispiel für die bewusste Positionierung des Anbieters im Ort.

Und für Verlage? „Re-Lokalisierung“ der Bedürfnisse und Affinitäten der Zielgruppen verstärkt in letzter Konsequenz wiederum einen anderen der fünf in der Studie identifizierten Megatrends, nämlich die Fragmentierung. Auf der einen Seite erreiche ich technisch in Zeiten der Digitalisierung überall auf der Welt die Menschen so einfach und schnell und kostengünstig wie nie zuvor. Der Zugang, die Verfügbarkeit am Ort der jeweiligen Zielgruppe ist also leicht sicherzustellen – darüber werden die Anbieter keinen Wettbewerbsvorteil mehr erlangen können. Aber die thematische Affinität zu erkennen, dort wo immer mehr und immer kleinere Themen immer fragmentierter sind und also in immer kleineren Nischen zu bedienen sind – das wird zum wesentlichen Faktor, der über Erfolg und Misserfolg der Inhaltevermarktung (Content Marketing) entscheidet.

Und da schließt sich dann der Kreis: Denn ohne die Bereitschaft, das Thema „Algorithmisierung“ offensiv anzugehen und in den eigenen Strukturen und Systemen umzusetzen, wird es nicht – und schon gar nicht profitabel – gelingen, die vielfältigen Zielgruppen in ihren vielfältigen Bedürfnissen im Zeitpunkt der größten Aufmerksamkeit über den richtigen Kanal mit dem richtigen Produkt und der richtigen Botschaft zum Kauf meines Produktes zu bewegen. Der Schlüssel dazu: Die konsequente Automatisierung von Herstell-, Marketing- und Vertriebsprozessen. Verlag 4.0 sozusagen. Um auch in 5, 10 und 15 Jahren noch wirtschaftlich erfolgreich sein zu können. Denn ohne wirtschaftlichen Erfolg werden wir auch unserem Kultur- und Bildungsauftrag in der Branche nicht mehr gerecht werden können.

 

Zur Studie (von der Studien-Website)

Die Studie „Values & Visions 2030“ ist als Zukunfts- und Wertestudie angelegt, die methodisch weitgehend dem klassischen Delphi-Ansatz folgt, angesichts des panoramischen Anspruchs jedoch um zusätzliche methodische Module erweitert wurde. Die Vorgehensweise bestand dabei aus abwechselnden Phasen der Datenerhebung und Datenanalyse.

Um als erstes die fünf Megatrends zu identifizieren, haben wir einen qualitativen, theoretischen Ansatz gewählt und Literatur und persönliche Expertengespräche ausgewertet. Im zweiten Schritt haben wir aus den Megatrends sogenannte Wertethesen entwickelt. Diese wurden in einer repräsentativen Online-Befragung von Bürgern und Experten bewertet, also einer quantitativen Prüfung in der Praxis unterzogen. Dabei wurden die Teilnehmer mit Zukunftsszenarien konfrontiert und gefragt, wie verbreitet diese in Zukunft sein werden und ob das überhaupt wünschenswert wäre. Ihre Antworten spiegeln sich in acht Wertefeldern wider, die wir im letzten Schritt analysiert haben. Zusammengefasst: Was glauben Bürger und Experten, wie die Zukunft sein wird, und was halten sie davon?

http://www.values-visions-2030.com/home.html

2002, 2017, 2030: Fünf Megatrends und ihr Einfluss auf unser Leben – und Ihr Geschäft (vierter und letzter Teil)

2002, 2017, 2030: Fünf Megatrends und ihr Einfluss auf unser Leben – und Ihr Geschäft (dritter Teil)

Die Welt vor 15 Jahren war eine andere – und sie wird sich auch in den kommenden 15 Jahren nicht weniger (und nicht weniger schnell) verändern. Das legt auch eine Studie nahe, die über den Forschungszeitraum von zwei Jahren (2015-2017) fünf Megatrends zu der Fragestellung „Was glauben Bürger und Experten, wie die Zukunft sein wird, und was halten sie davon?“ identifiziert hat – mit einiger Relevanz und Konsequenz auch auf die Art und Weise, wie wir in Zukunft Geschäfte machen werden.

Teil 1 und 2 dieser Beitragsserie (zu den Megatrends „Algorithmisierung“, „Verwertung“ und „Gestaltung“) sind am 31. Juli und 7. August 2017 erschienen und hier bzw. hier verfügbar. Im heutigen Beitrag geht es um den Trend „Fragmentierung“:

 

4. Fragmentierung

Früher war doch alles irgendwie einfacher. In jedem Fall überschaubarer. Oder? Durch das Internet ist die Welt ein ganzes Stück kleiner geworden, denn es schafft Zugang zu Ressourcen und Möglichkeiten, die früher überhaupt nicht sichtbar – und schon lange nicht so einfach erreichbar waren. Mit zunehmender Entwicklung der Kommunikationstechnologien und des Internets, immer schnelleren Zugängen, immer mobileren Geräten und Anwendungen verschwimmen auch die Rollenbilder – der Konsument hat durch die Entwicklung der letzten 15 Jahre erheblich an Macht gewonnen (siehe den schon im letzten Beitrag verlinkten 3-Minuten-Vortrag von Prof. Dr. Peter Kruse) . Aus der rein passiven konsumierenden Position ist die Rolle des Prosumenten erwachsen. Der Zugang zum Markt stellt keine Einstiegshürde mehr dar, und auch Herstellungstechnologien werden für den Einzelnen plötzlich nutzbar. Self Publishing ist ein Paradebeispiel dafür.

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2002, 2017, 2030: Fünf Megatrends und ihr Einfluss auf unser Leben – und Ihr Geschäft (dritter Teil)

2002, 2017, 2030: Fünf Megatrends und ihr Einfluss auf unser Leben – und Ihr Geschäft (zweiter Teil)

Die Welt vor 15 Jahren war eine andere – und sie wird sich auch in den kommenden 15 Jahren nicht weniger (und nicht weniger schnell) verändern. Das legt auch eine Studie nahe, die über den Forschungszeitraum von zwei Jahren (2015-2017) fünf Megatrends zu der Fragestellung „Was glauben Bürger und Experten, wie die Zukunft sein wird, und was halten sie davon?“ identifiziert hat – mit einiger Relevanz und Konsequenz auch auf die Art und Weise, wie wir in Zukunft Geschäfte machen werden.

Teil 1 dieser Beitragsserie (zum Megatrend „Algorithmisierung“) ist am 31. Juli 2017 erschienen und hier verfügbar. Im heutigen Beitrag geht es um die Trends „Verwertung“ und „Gestaltung“:

 

2. Verwertung

Jede Tätigkeit oder Eigenschaft wird zunehmend mit dem Zweck verknüpft werden, aus ihnen Kapital zu schlagen. Sie werden also sozusagen ihres Selbstzwecks beraubt. Niemand tut mehr etwas, um den Moment zu genießen und für das zu nehmen, was er ist. Wie die Studie sagt:

Die Schönheit des Moments wird höchstens ausgekostet, wenn sie gleichzeitig nützlich ist. Die Motivation, seine Freizeit angenehm zu gestalten, wird dem Drang zur mess- und vergleichbaren Optimierung untergeordnet.

Jede Handlung, jedes Erlebnis würde „nur noch unter dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit betrachtet“.

Wobei auch das eigentlich nicht neu ist. Zum Beispiel gibt es schon sehr lange diese Betrachtung, die ihren Ursprung im Direktmarketing hat und beschreibt, warum (also aus welcher Motivation heraus) Menschen Kaufentscheidungen treffen. Nämlich dann, wenn mindestens eine der folgenden vier Bedürfnisse befriedigt werden:

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2002, 2017, 2030: Fünf Megatrends und ihr Einfluss auf unser Leben – und Ihr Geschäft (zweiter Teil)

2002, 2017, 2030: Fünf Megatrends und ihr Einfluss auf unser Leben – und Ihr Geschäft (erster Teil)

Die Welt 2002, vor 15 Jahren: Im Kino lief der erste Teil von Ice Age, der zweite Teil der Harry-Potter-Geschichte („… und die Kammer des Schreckens“) und „Kick it like Beckham“, und die laut Chip Magazin „schönsten Handys des Jahres“ sahen so aus (das iPhone – und damit das Smartphone wie wir es heute kennen – war noch 5 Jahre entfernt):

Facebook gab’s noch nicht (gegründet 2004), nicht einmal Studi VZ (gegründet auch erst 2005). YouTube? Nö. (2005). Instagram? Lange nicht (2010). … Netflix gab’s schon (gegründet 1997), hat aber 2002 noch Filme auf DVD und VHS-Kassetten (ja, auch die gab’s noch) per Post an die Kunden versendet – ins „Video-on-Demand-Geschäft“ stieg man erst 2007 ein. Es gibt noch mehr Beispiele – aber ich denke, es wird auch so klar: Die Welt vor 15 Jahren war eine andere.

Und sie wird sich in den kommenden 15 Jahren nicht weniger (und nicht weniger schnell – im Gegenteil) verändern.

Das illustriert eine interessante Studie, über die ich gestolpert bin („Values & Visions 2030“ der GIM Gesellschaft für innovative Marktforschung) und die meines Erachtens auch eine recht hohe Relevanz für unser Tun hier in der Buchbranche hat. Über 2 Jahre, im Zeitraum 2015-2017, lief die Studie (deshalb der Blick auf den Zeitraum von 15 Jahren … 2015-2030 …).

Die Experten von GIM sagen dazu:

Digitalisierung und Globalisierung verstärken und beschleunigen sich gegenseitig und werden dies auch in Zukunft tun. Unsere Art zu kommunizieren, zu arbeiten, unsere Freizeit zu gestalten, unsere Gemeinwesen zu organisieren, aber auch unser Umgang mit dem eigenen Körper und viele andere Dinge könnten daher in fünfzehn Jahren schon sehr anders aussehen als heute.

Substantielle Veränderungen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen und Prozessen sind zu erwarten – Megatrends, die auf einer großen, globalen Skala angesiedelt sind. Den tiefgreifenden Einfluss, den Megatrends auf unser Leben bis 2030 und auch darüber hinaus entfalten, werden wir sowohl in unserer privaten Umgebung spüren als auch quer durch alle Wirtschaftsbranchen. Das wird zu Grenzverschiebungen und Grenzauflösungen führen: Vieles, was uns bis heute bekannt erschien, wird sich morgen schon ändern. Wir müssen uns neu orientieren.

Unter anderem ergaben sich aus einer repräsentativen Online-Befragung 5 Megatrends: Algorithmisierung, Verwertung, Gestaltung, Fragmentierung und Re-Lokalisierung. Klingt erstmal wenig greifbar. Wird es aber, wenn man sich etwas damit beschäftigt. Deshalb diese Artikelserie.

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2002, 2017, 2030: Fünf Megatrends und ihr Einfluss auf unser Leben – und Ihr Geschäft (erster Teil)