Neues Patent ermöglicht Amazon den Handel mit „gebrauchten“ digitalen Inhalten

Bild von brewbooks via Flickr

(Danke für den Link, Andreas Andy Artmann – via Facebook) Wie GeekWire bereits am Montag berichtete, ist Amazon Ende Januar ein Patent über einen elektronischen Marktplatz zum Handel gebrauchter digitaler Produkte gewährt worden (den Originaltext gibt’s hier). Das Patent wurde schon 2009 eingereicht und beschreibt, wie digitale Produkte, die bereits einmal im Original gekauft wurden, vom Eigentümer an einen anderen User weiterverkauft werden können. Interessant: Die Begrenzung der Anzahl der möglichen Weiterverkäufe (Amazon nennt das „Moves“) is ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes.

Während es durchaus in den USA schon Angebote gibt, die z.B. einmal gekaufte Musikdateien handelbar machen (allerdings nicht unkritisch begleitet und teilweise bereits durch die Musikindustrie verklagt), ist das in dieser Breite neu. Über den Marktplatz sollen alle möglichen digitalen Produkte gehandelt werden können (E-Books, Musik, Spiele …). Der Teufel steckt dabei im Detail: Denn um das „Produkt“ weiterverkaufen zu können, darf es nicht kopiert sein (das Recht zur Vervielfältigung hat der User nicht). Es muss also technisch sichergestellt werden, dass das Original gelöscht wird – innerhalb des Amazon-Ecosystems ist das sicher darstellbar, insbesondere wenn alles nur in der Cloud verwaltet und gespeichert wird (interessant aber auch z.B. Re-Digis Ansatz hierzuRe-Digi ist eine der Plattformen, auf denen „Second Hand“-Musikdateien gehandelt werden können).

Stellt sich natürlich die Gretchenfrage (die wahrscheinlich eine rhetorische Frage ist): Wie verdienen die Verlage und Rechteinhaber an dieser Zweit- (Dritt-, Viert-, …) Verwertung der Inhalte? Und wie ist überhaupt die Rechtelage? Nach wie vor ist relativ unklar (und auch abhängig von den jeweiligen AGBs und Nutzungsbedingungen der Händler), ob beim Kauf eines E-Books beispielsweise das Produkt gekauft wird oder nur das Nutzungsrecht am Produkt. Andererseits: Warum sollte mit digitalen Produkten grundsätzlich anders umgegangen werden als mit körperlichen Produkten? Ein gedrucktes Buch kann auch überall weiterverkauft werden, bis sich kein Käufer mehr dafür findet. Wie sichergestellt wird, dass ein ledigliches Kopieren (und damit behalten des Originals) verhindert wird, bleibt aber eine spannende Frage …

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