E-Book-Neuland für Zeitschriftenverlage voraus! (Teil 1)

Kompass ebooksViele (Fach)Zeitschriftenverlage haben für sich das Thema E-Book noch nicht entdeckt – dabei kann hier für Kunden- wie Verlagsseite echter Mehrwert und zusätzliche Erlöse generiert werden. Von Steffen Meier

Im Moment findet das E-Book-Geschäft weitgehend noch abseits der Fachzeitschriftenverlage statt und ist eine reine Domäne der Buchverlage. Dabei dürfte es sich inzwischen auch hier herumgesprochen haben, dass der deutsche E-Book-Markt nicht nur ein ansehnliches Volumen, sondern auch eine dynamische Entwicklung in den letzten Jahren vollzogen hat. Und lässt man einmal die geistigen Grenzen zwischen Buch- und Zeitschriftenverlagen hinter sich, steht im Mittelpunkt aller Bemühungen eines: die Produktion von relevanten Inhalten. Zudem haben Fachzeitschriftenverlage gegenüber „reinen“ Buchverlagen einige Vorteile, die auch im E-Book-Markt ausgespielt werden könnten.

Discoverability und Marke
In Buchverlagen ist derzeit Thema Nummer eins: Discoverability. Dahinter verbirgt sich kein neues Marketing-Mätzchen, sondern die ganz ernsthafte Problematik, wie Buchverlage im Digitalen Sichtbarkeit für ihre Produkte erreichen können. Schließlich war dies in der Vergangenheit Aufgabe des Buchhandels. Diese guten alten Zeiten befinden sich aber im Zeitalter von E-Commerce nicht nur im Wandel, die Situation kippt geradezu – zu Ungunsten des Buchhandels und damit auch der Sichtbarkeit der Buchverlage. Zudem haben die wenigsten Verlage eine klare Markenstrategie verfolgt, womit auch dieses Element zur Sichtbarmachung der eigenen Produkte und auch als Qualitätsversprechen erst mühsam entwickelt werden muss.
Im Gegensatz dazu haben aber viele Fachzeitschriftenverlage in den letzten Jahren viel Energie und Ressourcen investiert, um durch ausgedehnte Online-Aktivitäten, etwa die Verbesserung der Auffindbarkeit in Suchmaschinen aber auch durch teilweise umfangreichen Online-Content im Rahmen der eigenen Web-Präsenz Sichtbarkeit zu schaffen. Zwar war bei vielen die ursprüngliche Intention die der Abonnentengenerierung und/oder der Schaffung von Reichweite für Anzeigenkunden. Aber dieses Know-how kann mühelos auch auf den Bereich der E-Books übertragen werden. Und auch das Definieren und Nachhalten einer klaren Marken-Strategie gehörte und gehört hier ebenfalls zum täglichen Brot der Verleger.

Sprich mit dem Kunden!
Für viele Buchverlage ist, wie oben ausgeführt, die direkte Kundenbeziehung terra inkognita. Für Fachzeitschriftenverlage aber täglich Brot. Und damit ein „Asset“, das problemlos ausgespielt werden kann. Konkret, wenn es darum geht, die eigenen Produkte zu bewerben. Denn auch die großen Handelsplattformen bieten zwar rudimentäre buchhändlerische Funktionen wie Handels- oder Empfehlungsmarketing. Aber diese spielen nicht die einzige und in Zukunft auch abnehmende Rolle wenn es darum geht, einen Kaufimpuls auszulösen. Während Buchverlage händeringend überlegen, wie sie an verwertbare Kundendaten kommen könnten (denn die hatte ja durch den Käuferkontakt der Buchhandel), sitzen hier viele Fachzeitschriftenverlage auf einem wahren Datenschatz, der in der Vergangenheit primär auf die Gewinnung neuer Abonnenten ausgerichtet war. Die direkte Kundenansprache läßt sich also auch auf andere Bereiche ausdehnen, etwa die Bewerbung eigener E-Books.

Wen bedienen: die großen E-Book-Handelsplattformen oder die eigene Präsenz?
Im Prinzip spricht hier alles für „das eine tun ohne das andere zu lassen“. So können die E-Book-Produktionen von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen auf den großen Handelsplattformen angeboten werden, um neue Kundengruppen zu erreichen. Während man auf der eigenen Präsenz nicht nur neue Erlösquellen generiert, sondern durch ein passendes E-Book-Angebot die eigene Marke und deren Nutzenversprechen stärkt, Kundenbindung betreibt und auch durch geschicktes Agieren die eigenen (und neu hinzugekommen) Kundendaten ausbaut.

Der Artikel erschien zuerst im SZV letter

Teaserbild: Nico Kaiser

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