Digitales Buchgeschäft in Zahlen 2016 – Die Infografik

Auch in diesem Jahr zeigt die readbox  Interessantes, Erstaunliches und Lehrreiches aus dem digitalem Buchgeschäft via infogram. Als Experten im Digital-Buchvertrieb und -marketing haben wir unsere Aktivitäten aus dem Geschäftsjahr 2016 ausgewertet, statistisch aufbereitet und nach allen Seiten durchleuchten lassen. Das Ergebnis: ein umfassendes Datenbild – mit einigen überraschenden Informationen.

Hier geht’s direkt zur Infografik: https://infogr.am/copy_readbox_in_zahlen_2016

  • Mit Papierschiffchen von Dortmund nach Edinburgh:
    So viele E-Books wurden in 2016 verkauft.
  • Dämpfer für die Nummer 2:
    Der Marktführer unter den Händlern gewinnt Marktanteile zurück.
  • Mit digitalen Leseexemplaren knapp 400.000 Euro gespart
    und mit In-Book-Marketing Conversionraten von über 7% erzielt.
  • für eine bessere Work-Life-Balance:
    11.500 Stunden mehr Freizeit für das Verlagsmarketing!

rückblick2016

 

 

Digitales Buchgeschäft in Zahlen 2016 – Die Infografik

Bessere Typografie im neuen KFX-Format von Amazon

Amazon hat für seinen eReader Kindle eine eigene Schriftart Bookerly entwickeln lassen und gleichzeitig die Software für den automatischen Textsatz und die Silbentrennung verbessert. Damit sind die Zeiten der großen Löcher und des unruhigem Satzbildes in Büchern auf dem Kindle vorerst vorbei. Von Stefanie Luchtenberg

Nach dem Firmwareupdate 5.6.5, das ab sofort für aktuelle Kindleversionen verfügbar ist, kommen die Verbesserungen allerdings nur bei Titeln zur Anwendung, die im neuen KFX-Format (Kindle Format 10) zu haben sind.

Amazon KFX-Format

Man erkennt diese Titel am der Produktinformation Erweiterte Schriftfunktion: Aktiviert.

Bereits gekaufte Titel können vom Gerät gelöscht und kostenlos im neuen Format heruntergeladen werden.

Einen Nachteil gibt es allerdings doch: Beim ersten Öffnen des Titels wird dieser standardmäßig in dem Bookerly-Font angezeigt. Vom Verlag vorgesehene und vom Hersteller eingebettete Schriftarten sind als Verlags-Schriftart zwar noch anwählbar, doch wäre dies als Standardeinstellung, wie bisher, wünschenswert.

Es bleibt abzuwarten, ob Amazon diese Einstellungen noch einmal anpasst. Bis dahin müssen sich Verlage und Leser an die Bookerly gewöhnen.

Bessere Typografie im neuen KFX-Format von Amazon

Belächeln, bekämpfen, akzeptieren – Strategien für den Medienwandel

Bild von Salim Virji via Flickr
Bild von Salim Virji via Flickr

Ich falle mal gleich mit der Tür ins Haus: Man sollte denken, die Menschen lernen aus der Geschichte, Wenn ich mir die gerade wieder aufbrandende Diskussion um die Veränderungen in der Buchbranche ansehe (ja, die Buchmesse steht vor der Tür, man merkt es deutlich), muss man wohl konstatieren: Tun sie offenbar doch nicht.

Ich zitiere mal Schopenhauer und muss dafür die Credits an Gunter Dueck geben, der dieses Zitat (in abgewandelter Form) gestern beim buchreport Zukunftstag  am 26.9.2013 in Hamburg verwendet hat:

Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (Arthur Schopenhauer, 1788-1860)

Stellt sich die Frage: Was ist die Wahrheit?

Wer übrigens glaubt, das mit der Wahrheit wäre einfach, weil es ja nur zwei Optionen gibt (wahr oder falsch), der sollte sich mal diesen Wikipedia-Artikel ansehen. Das aber nur mal als Ausflug … Beim Zukunftstag gestern war’s jedenfalls sehr interessant – und besorgniserregend und hoffnungsvoll und verwirrend zugleich. Denn die Szenarien und Erfahrungen, über die die Referenten – von Katharina Borchert (Spiegel Online) über Joachim Rotzinger (Haufe-Gruppe) bis Peter Kraus vom Cleff (Rowohlt) – berichteten, boten alle prinzipiell das selbe Bild:

  • Die Veränderung der Branche ist da. Wir sind mitten drin. Und sie bringt den Handel, Verlage und alle anderen Unternehmen der Branche wirtschaftlich in Gefahr.
  • Es wird immer noch komplizierter und die Geschwindigkeit, mit der sich die Dinge ändern, nimmt immer noch weiter zu.
  • Der Wandel in der Mediennutzung trifft auch Onlinemedien-Unternehmen. Denn inzwischen geht es nicht mehr nur um den Wandel von Print zu Digital, sondern mindestens genauso um die Frage, wo, mit welchem Endgerät, über welchen Kanal ein User Inhalte nutzt und wie sich das monetarisieren lässt (z.B. wenn die User immer mehr über Smartphones mit kleinen Displays konsumieren, wo Bannerwerbung keine Rolle mehr spielt).

Wenn ich mir die Zahlen, Statistiken, Charts, Erfahrungsberichte von gestern nochmal in Erinnerung rufe, dann wundere ich mich noch viel mehr als vorher über die nach wie vor vielen, vielen Beteiligten unserer Buchbranche, die aus den oben zitierten ersten beiden Phasen nicht herauskommen. Und die Frage ist schon lange nicht mehr nur „Buch oder E-Book“. Der Wettbewerb zum Buch und zum Buchhandel findet nicht nur im Kindle Shop statt. Vielmehr muss ich mir Gedanken über viel Grundsätzlicheres machen. Zum Beispiel: Wie positioniere ich mich mit meinem Buchhandel gegen Facebook und YouTube? Insbesondere, wenn die Leute nicht mehr vor die Tür gehen und ihre Freizeit am liebsten zu Hause verbringen.

Peter Kraus vom Cleff zitierte gestern zum Schluss noch das „Stockdale Paradoxon“, das hier dann auch noch ganz gut passt. Denn die Zukunft des Buchs wird wahrscheinlich ganz anders aussehen als wir uns das jetzt vorstellen. Wahrscheinlich werden wir das Konzept „Buch“ ganz anders denken müssen. Wir müssen uns nur trauen an das Positive in dieser Entwicklung zu glauben – und alles dafür tun, dass wir am Ende auf der Gewinnerseite stehen, frei nach Admiral James Stockdale (das Zitat ist bekannt geworden durch das Buch „Good to Great: Why Some Companies Make the Leap…And Others Don’t“ von Jim Collins):

You must retain faith that you will prevail in the end, regardless of the difficulties.

AND at the same time…

You must confront the most brutal facts of your current reality, whatever they might be.

(Noch ein letzter Lesetipp, den ich noch unterbringen wollte, der aber irgendwie nicht so recht in den Artikel passen wollte: Tom Hillenbrands „Zehn steile Thesen zum E-Book“ – ich empfehle insbesondere die Lektüre der Kommentare …)

Belächeln, bekämpfen, akzeptieren – Strategien für den Medienwandel