Digitales Buchgeschäft in Zahlen 2016 – Die Infografik

Auch in diesem Jahr zeigt die readbox  Interessantes, Erstaunliches und Lehrreiches aus dem digitalem Buchgeschäft via infogram. Als Experten im Digital-Buchvertrieb und -marketing haben wir unsere Aktivitäten aus dem Geschäftsjahr 2016 ausgewertet, statistisch aufbereitet und nach allen Seiten durchleuchten lassen. Das Ergebnis: ein umfassendes Datenbild – mit einigen überraschenden Informationen.

Hier geht’s direkt zur Infografik: https://infogr.am/copy_readbox_in_zahlen_2016

  • Mit Papierschiffchen von Dortmund nach Edinburgh:
    So viele E-Books wurden in 2016 verkauft.
  • Dämpfer für die Nummer 2:
    Der Marktführer unter den Händlern gewinnt Marktanteile zurück.
  • Mit digitalen Leseexemplaren knapp 400.000 Euro gespart
    und mit In-Book-Marketing Conversionraten von über 7% erzielt.
  • für eine bessere Work-Life-Balance:
    11.500 Stunden mehr Freizeit für das Verlagsmarketing!

rückblick2016

 

 

Digitales Buchgeschäft in Zahlen 2016 – Die Infografik

Transfer: Eine Buchhandlung wird mit readbox elektrisch

TransferbuchNeue Buchhandelskonzepte sind in Zeiten weitgehender Fillialisierung und Uniformität auch mittelständischer Buchhandelsketten für den unabhängigen Handel dringend nötig. Manch hoffnungsvoll gestartetes Projekt ist inzwischen aus verschiedensten Gründen gescheitert. Andere wie die Buchhandlung Transfer im Dortmunder Stadteil Hörde gehen davon unbeeindruckt ihren Weg – sogar über Mediengrenzen hinweg.

Neben vielen Veranstaltungskonzepten hat Mitinhaber Jochen Grieving auch einen Verlag mit Regionalia-Titeln aus der Taufe gehoben (früher kannte man dieses Konzept als Verlagsbuchhandlung, bis es aus der deutschen Buchbranche weitgehend verschwand), dessen Produkte jetzt nicht nur digital angeboten werden, es wurde auch gleich eine eigene digitale Auslieferung aufgebaut.

Hier kam dann der lokale Faktor und die langjährige Verbundenheit beider Unternehmen zum Tragen – readbox unterstützt die (Verlags)Buchhandlung Transfer sowohl bei der Herstellung der eBooks, der Einbindung in die Infrastruktur und stellt Serverkapazitäten zur Verfügung. Sympathische Fußnote dabei: der Verzicht auf hartes DRM und stattdessen der Einsatz nutzerfreundlicher Wasserzeichen-Verfahren.

In diesem Sinne: Glückwunsch nach Hörde und weiterhin viel Erfolg!

Transferbuch Beteiligte
Im Bild (v.l.n.r.): Felix Weihnacht, geschäftsführender Gesellschafter von Softlevel, und readbox-Geschäftsführer Ralf Biesemeier mit den Transfer-Inhabern Birgit Lange-Grieving und Jochen Grieving.
Foto mit freundlicher Genehmigung des buchreport

Teaserbild: Transferbuch

Transfer: Eine Buchhandlung wird mit readbox elektrisch

Geänderte Mehrwertsteuer-Regelung ab Januar 2015

Ab dem 01.01.2015 wird bei dem Verkauf einer elektronischen Dienstleistung, zum Beispiel eines eBook-Downloads, im europäischen Ausland der Mehrwertsteuersatz des Herkunftslandes des Käufers oder der Käuferin abgerechnet („Bestimmungslandprinzip“).

Hier die entsprechende Meldung des Bundesfinanzministeriums: Mehrwertsteuer auf elektronische Dienstleistungen neu geregelt

Signifikant auffallen wird das vor allen Dingen bei den Abrechnungen von Amazons Kindle Store und Apples iBooks Store. Hier fielen bisher bei Verkäufen nach Deutschland 3% Mehrwertsteuer (Luxemburg) an. Ab Januar werden bei Verkäufen nach Deutschland 19%, nach Spanien beispielsweise 21% fällig.

Während für Sie zunächst kein offensichtlicher Handlungsbedarf besteht, da readbox Ihren Brutto-Verkaufspreis an die Shops meldet, haben Sie als Verlag mit den Folgen der Gesetzesänderung zu tun: „Geänderte Mehrwertsteuer-Regelung ab Januar 2015“ weiterlesen

Geänderte Mehrwertsteuer-Regelung ab Januar 2015

„Das nächste Spiel ist immer das nächste“ … oder: Chancen und Technologien für eine größere Unabhängigkeit vom Handel

Bild von Czarina Allegre via Flickr

Seit Monaten sammele ich Themen (und von denen gibt’s nicht zu wenige), bei denen ich denke: „Das musst Du verbloggen“ – und dann klingelt das Telefon, kommt eine Mail, eine IM, der Flieger geht, der nächste Termin steht an … Aber irgendwas ist ja immer und deshalb – tadaaa – fangen wir jetzt einfach wieder an, ohne große Worte, einfach so. Demnächst wird sich dann auch der/die ein oder andere Kollege/Kollegin hier zu Wort melden, denn auch die machen sich so ihre Gedanken, wo das mit der Digitalisierung noch so hinführen wird.

Da es gerade noch so schön passt, poste ich während der WM eine kleine Fussballweisheitensammlung – natürlich mit einem tieferen Sinn, denn zur letzten AKEP-Jahrestagung im Vorfeld der Buchtage im Juni in Berlin war ich eingeladen, einen Beitrag zum Thema Technologie und Handelsmarketing zu leisten. Und auch das passt ja gerade in die Zeit, in der die Namen Hachette und Amazon und Bonnier und Amazon und der Börsenverein und Amazon und das Bundeskartellamt und Amazon in den Medien (nicht nur denen der Branche) sehr präsent sind. „„Das nächste Spiel ist immer das nächste“ … oder: Chancen und Technologien für eine größere Unabhängigkeit vom Handel“ weiterlesen

„Das nächste Spiel ist immer das nächste“ … oder: Chancen und Technologien für eine größere Unabhängigkeit vom Handel

Belächeln, bekämpfen, akzeptieren – Strategien für den Medienwandel

Bild von Salim Virji via Flickr
Bild von Salim Virji via Flickr

Ich falle mal gleich mit der Tür ins Haus: Man sollte denken, die Menschen lernen aus der Geschichte, Wenn ich mir die gerade wieder aufbrandende Diskussion um die Veränderungen in der Buchbranche ansehe (ja, die Buchmesse steht vor der Tür, man merkt es deutlich), muss man wohl konstatieren: Tun sie offenbar doch nicht.

Ich zitiere mal Schopenhauer und muss dafür die Credits an Gunter Dueck geben, der dieses Zitat (in abgewandelter Form) gestern beim buchreport Zukunftstag  am 26.9.2013 in Hamburg verwendet hat:

Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (Arthur Schopenhauer, 1788-1860)

Stellt sich die Frage: Was ist die Wahrheit?

Wer übrigens glaubt, das mit der Wahrheit wäre einfach, weil es ja nur zwei Optionen gibt (wahr oder falsch), der sollte sich mal diesen Wikipedia-Artikel ansehen. Das aber nur mal als Ausflug … Beim Zukunftstag gestern war’s jedenfalls sehr interessant – und besorgniserregend und hoffnungsvoll und verwirrend zugleich. Denn die Szenarien und Erfahrungen, über die die Referenten – von Katharina Borchert (Spiegel Online) über Joachim Rotzinger (Haufe-Gruppe) bis Peter Kraus vom Cleff (Rowohlt) – berichteten, boten alle prinzipiell das selbe Bild:

  • Die Veränderung der Branche ist da. Wir sind mitten drin. Und sie bringt den Handel, Verlage und alle anderen Unternehmen der Branche wirtschaftlich in Gefahr.
  • Es wird immer noch komplizierter und die Geschwindigkeit, mit der sich die Dinge ändern, nimmt immer noch weiter zu.
  • Der Wandel in der Mediennutzung trifft auch Onlinemedien-Unternehmen. Denn inzwischen geht es nicht mehr nur um den Wandel von Print zu Digital, sondern mindestens genauso um die Frage, wo, mit welchem Endgerät, über welchen Kanal ein User Inhalte nutzt und wie sich das monetarisieren lässt (z.B. wenn die User immer mehr über Smartphones mit kleinen Displays konsumieren, wo Bannerwerbung keine Rolle mehr spielt).

Wenn ich mir die Zahlen, Statistiken, Charts, Erfahrungsberichte von gestern nochmal in Erinnerung rufe, dann wundere ich mich noch viel mehr als vorher über die nach wie vor vielen, vielen Beteiligten unserer Buchbranche, die aus den oben zitierten ersten beiden Phasen nicht herauskommen. Und die Frage ist schon lange nicht mehr nur „Buch oder E-Book“. Der Wettbewerb zum Buch und zum Buchhandel findet nicht nur im Kindle Shop statt. Vielmehr muss ich mir Gedanken über viel Grundsätzlicheres machen. Zum Beispiel: Wie positioniere ich mich mit meinem Buchhandel gegen Facebook und YouTube? Insbesondere, wenn die Leute nicht mehr vor die Tür gehen und ihre Freizeit am liebsten zu Hause verbringen.

Peter Kraus vom Cleff zitierte gestern zum Schluss noch das „Stockdale Paradoxon“, das hier dann auch noch ganz gut passt. Denn die Zukunft des Buchs wird wahrscheinlich ganz anders aussehen als wir uns das jetzt vorstellen. Wahrscheinlich werden wir das Konzept „Buch“ ganz anders denken müssen. Wir müssen uns nur trauen an das Positive in dieser Entwicklung zu glauben – und alles dafür tun, dass wir am Ende auf der Gewinnerseite stehen, frei nach Admiral James Stockdale (das Zitat ist bekannt geworden durch das Buch „Good to Great: Why Some Companies Make the Leap…And Others Don’t“ von Jim Collins):

You must retain faith that you will prevail in the end, regardless of the difficulties.

AND at the same time…

You must confront the most brutal facts of your current reality, whatever they might be.

(Noch ein letzter Lesetipp, den ich noch unterbringen wollte, der aber irgendwie nicht so recht in den Artikel passen wollte: Tom Hillenbrands „Zehn steile Thesen zum E-Book“ – ich empfehle insbesondere die Lektüre der Kommentare …)

Belächeln, bekämpfen, akzeptieren – Strategien für den Medienwandel

eBooks: Wohin die Reise geht …

Kompass
Foto von Walt Stoneburner via Flickr

Das erste Quartal des Jahres ist vorbei, es ist immer noch Winter :-(, aber die Medienbranche ist im digitalen Geschäft weiterhin mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Nur wohin der Weg führt, das weiß anscheinend nach wie vor niemand genau. Noch sind wir, zumindest in Deutschland, nicht am „Trough of Disillusionment“ (übersetzt etwa „Talsohle der Ernüchterung“) angekommen – dem Punkt der Marktentwicklung also, ab dem laut der IT-Marktforschungsgesellschaft Gartner Group der Hype verfliegt und nur die Produkte und Anbieter überleben, die die Bedürfnisse der Nutzer wirklich und bestmöglich erfüllen. Erst ab diesem Punkt beginnt ein produktives Marktwachstum. „Survival of the Fittest“, könnte man sagen. Aber an diesem Punkt scheinen wir eben noch (lange) nicht zu sein.

So sind dieser Tage wieder viele Nachrichten zu lesen, beginnend mit der ewig andauernden Mehrwertsteuerdiskussion (diesem Thema widme ich demnächst mal einen ganz eigenen, exklusiven Beitrag – darüber gibt’s viel zu erzählen), über die ebenso ständig interessante Frage, wer eBooks eigentlich wirklich liestund wieund wo … bis hin zum aktuellen Urteil eines New Yorker Gerichts über den Wiederverkauf „gebrauchter“ digitaler Musikdateien (eBooks fallen hier wohl in die selbe Kategorie – wir hatten über Amazons Patent zum digitalen Second-Hand-Handel berichtet).

Gartner IT Hype Cycle Stages
Quelle: Gartner Group, http://www.gartner.com/technology/research/methodologies/hype-cycle.jsp

Mit letzterem mal angefangen: Mal abgesehen davon, dass es meiner Meinung nach alles andere als klar ist, ob Geschäftsmodelle langfristig funktionieren, die auf dem Handel mit gebrauchten digitalen Gütern basieren (wo der Trend sich eher von „Besitzen“ hin zu „Nutzen“ entwickelt) – bei dem gerade ausgesprochenen Urteil ist zu sehen, wie kompliziert und unvorhersehbar der Markt teilweise funktioniert. „eBooks: Wohin die Reise geht …“ weiterlesen

eBooks: Wohin die Reise geht …

Neues Patent ermöglicht Amazon den Handel mit „gebrauchten“ digitalen Inhalten

Bild von brewbooks via Flickr

(Danke für den Link, Andreas Andy Artmann – via Facebook) Wie GeekWire bereits am Montag berichtete, ist Amazon Ende Januar ein Patent über einen elektronischen Marktplatz zum Handel gebrauchter digitaler Produkte gewährt worden (den Originaltext gibt’s hier). Das Patent wurde schon 2009 eingereicht und beschreibt, wie digitale Produkte, die bereits einmal im Original gekauft wurden, vom Eigentümer an einen anderen User weiterverkauft werden können. Interessant: Die Begrenzung der Anzahl der möglichen Weiterverkäufe (Amazon nennt das „Moves“) is ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes.

Während es durchaus in den USA schon Angebote gibt, die z.B. einmal gekaufte Musikdateien handelbar machen (allerdings nicht unkritisch begleitet und teilweise bereits durch die Musikindustrie verklagt), ist das in dieser Breite neu. Über den Marktplatz sollen alle möglichen digitalen Produkte gehandelt werden können (E-Books, Musik, Spiele …). Der Teufel steckt dabei im Detail: Denn um das „Produkt“ weiterverkaufen zu können, darf es nicht kopiert sein (das Recht zur Vervielfältigung hat der User nicht). Es muss also technisch sichergestellt werden, dass das Original gelöscht wird – innerhalb des Amazon-Ecosystems ist das sicher darstellbar, insbesondere wenn alles nur in der Cloud verwaltet und gespeichert wird (interessant aber auch z.B. Re-Digis Ansatz hierzuRe-Digi ist eine der Plattformen, auf denen „Second Hand“-Musikdateien gehandelt werden können).

Stellt sich natürlich die Gretchenfrage (die wahrscheinlich eine rhetorische Frage ist): Wie verdienen die Verlage und Rechteinhaber an dieser Zweit- (Dritt-, Viert-, …) Verwertung der Inhalte? Und wie ist überhaupt die Rechtelage? Nach wie vor ist relativ unklar (und auch abhängig von den jeweiligen AGBs und Nutzungsbedingungen der Händler), ob beim Kauf eines E-Books beispielsweise das Produkt gekauft wird oder nur das Nutzungsrecht am Produkt. Andererseits: Warum sollte mit digitalen Produkten grundsätzlich anders umgegangen werden als mit körperlichen Produkten? Ein gedrucktes Buch kann auch überall weiterverkauft werden, bis sich kein Käufer mehr dafür findet. Wie sichergestellt wird, dass ein ledigliches Kopieren (und damit behalten des Originals) verhindert wird, bleibt aber eine spannende Frage …

Neues Patent ermöglicht Amazon den Handel mit „gebrauchten“ digitalen Inhalten